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Hermann Schulz, "Dem König klaut man nicht das Affenfell"

Buchcover

Peter Hammer Verlag, Wuppertal, 2003
127 S., 11 EUR

"Eine der großen Hoffnungen deutschsprachiger Jugendliteratur"

Von Jürgen Stahlberg (Frankfurter Rundschau)

Für die etwas Jüngeren, etwa ab zwölf, ist die Abenteuergeschichte "Dem König klaut man nicht das Affenfell". Temeo, die Hauptfigur, ist bereits aus dem Erfolgsbuch "Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt" bekannt.

Temeo hat eine afrikanische Mutter und einen deutschen Vater. Eines Tages erhält er einen Auftrag als Fremdenführer. Er soll einer fünfköpfigen Gruppe europäischer Touristen eine geheimnisumwobene Insel im Victoriasee zeigen. Um den Erwartungen der Europäer über den "dunklen Kontinent" gerecht zu werden, inszeniert Temeo allerlei Spektakel. Aber irgendwer ist ein noch größerer Zauberer. Die Sache gerät aus den Fugen und wird sehr witzig erzählt. Plötzlich ist die Gruppe mittendrin in einer alten Geschichte, die sich tatsächlich vor langer Zeit, als die Deutschen dort Kolonialmacht spielten, zugetragen hat.

Wieder eine Afrika-Geschichte. Der Kontinent ist nicht lediglich die geliebte Region des Autors, die er seinen Lesern nahe bringen möchte. Afrika ist für Europäer auch ein Wort für bestimmte Vorstellungen und Hoffnungen über Spiritualität. Deshalb die Brüche, Umwege und verschiedenen Perspektiven, die Hermann Schulz in seine Geschichten hineinnimmt. Afrika, das spürt jeder Leser, ist nicht dunkler als andere Regionen der Welt, aber ein innerer Teil von uns.

Man darf wohl erwähnen, dass auch Schulz in Afrika geboren ist und vaterlos aufwuchs. Später leitete er 30 Jahre lang den Peter Hammer Verlag. Er hat vor allem afrikanische und südamerikanische Autoren hierzulande bekannt gemacht. Erst seit seiner Pensionierung schreibt er Jugendbücher. Inzwischen ist er neben Andreas Steinhöffel und Zoran Drvenkar eine der großen Hoffnungen deutschsprachiger Jugendliteratur.

Aus: FR vom 19.11.2003