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Konkreter Friedensdienst der Science-Buddys im Freundeskreis Bagamoyo

3. – 31. August 2015

Die Freundeskreis-Mitglieder Christiane Schlotmann, Franziska Maschke, Lena Northoff, Luisa Pützfeld, Melissa Heller, Dominic Wrege und Robin Königsmann nahmen an einem Friedensdienst-Einsatz in Tansania teil. Vorbereitet war die Reise von Vorstandsmitglied Bernd Schäpers, der auch in den letzten Jahren die Science-Buddy-Gruppen nach Tansania begleitet hat.

Vor fünf Jahren hatten die damaligen Schüler der Städt. Realschule Ahlen als erste Science-Buddy-Gruppe die Mwasama-Schule in Bagamoyo besucht. Sie brachten damals Experimentiermaterialien für den naturwissenschaftlichen Unterricht zu ihrer Partnerschule. Nun kehrten sechs aus der Gruppe nach Tansania zurück, diesmal als junge Erwachsene im Rahmen des Programms „Konkreter Friedensdienst“ des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bei den Aufenthalten in Bagamoyo wohnten die Science-Buddy-Gruppen im Spiritan-Center, einem Wohnheim des Spiritaner-Ordens auf dem Gelände der ehemaligen Missionsstation. Dabei lernten sie Father Peter Kilasara Kessy kennen. Es entstand eine Freundschaft zu dem katholischen Priester, der neben seiner theologischen Ausbildung auch zahlreiche technische Fertigkeiten als Klempner, Automechaniker und Elektriker besitzt.

Seit September 2012 betreibt Father Peter das CAM-Projekt (Cor Ardens Mlandizi) mit dem Ziel, ein Bildungszentrum für ehemalige Straßenkinder und benachteiligte Jugendliche aufzubauen. Das Bildungszentrum soll landwirtschaftliche Ausbildung ermöglichen und eine technische Schule betreiben, spezialisiert auf innovative Technologien, insbesondere erneuerbare Energien (Solar-und Windenergie), Holz- und Metallarbeiten. Der Ort Mlandizi liegt ca. 30 km südwestlich von Bagamoyo, das Bildungszentrum Cor Ardens Mlandizi befindet sich in ländlicher Umgebung ca. 8 km südlich des Ortes Mlandizi.

Dort hielt sich die Gruppe vier Wochen im August 2015 auf, um mit den Bewohnern gemeinsam an der Entwicklung des Bildungszentrums zu arbeiten. Der bisherige Schwerpunkt der Aufbauarbeit ist eine Farm, die sowohl als Lernfeld als auch zur Ernährung der Bewohner dienen soll. Geplant ist es nämlich, bis zu 100 Jugendliche aufzunehmen. Die Science-Buddys brachten finanziert durch das Programm „Auslandsprojekte NRW“ ein Gewächshaus mit einer Fläche von 8 mal 30 m mit. Neben der Mitarbeit am Aufbau des Gewächshauses waren vor allem viele Erdbewegungen notwendig, die in der Regel mit der Hand geleistet werden mussten. Sowohl das Reinigen der Anbauflächen, als auch das Verfüllen von Boden und Dünger waren staubige Arbeiten.

Aber auch Anstreich- und Lackierarbeiten, technische Reparaturen und Bewässerungsprojekte gehörten zu den Aufgaben der Buddys. Dabei mussten sie mehrfach die Erfahrung machen, was es bedeutet, wenn die Brunnenpumpe ausfällt und Wasser zur Mangelware wird.

Eigentlich war es geplant, die Häuser auf dem Farmgelände durch Solar-Home-Systeme mit elektrischem Strom zu versorgen. Auch die Brunnenpumpe sollte auf Solarbetrieb umgestellt werden. Leider führten formale Probleme bei der Auslieferung der bereits Anfang August gelieferten Geräte dazu, dass die Science-Buddys unverrichteter Dinge abreisen und die Installation der Photovoltaik-Geräte den Bewohnern überlassen mussten.

An den Wochenenden unternahm die Gruppe Exkursionen: Am ersten Wochenende besuchten sie Dar es Salaam und hatten dort die Gelegenheit, bei dem diesjährigen Wettbewerb der Young Scientists Tansania (YST) einen Preis an zwei junge „Forscherinnen“ zu vergeben, die sich mit dem Sammeln von Regenwasser beschäftigt haben.

Eine zweite Reise ging nach Bagamoyo, dem Ort, den sie vor fünf Jahren besucht hatten. Dort trafen sie Vertrautes, konnten aber auch viele Veränderungen des Ortes feststellen. Sie wohnten in einem Studentenwohnheim der neuen Universität, wo ab November dieses Jahres Naturwissenschaftslehrer ausgebildet werden. Aber auch ein Besuch in der Mwasama-Schule stand auf dem Programm. In der 7. Klasse, die sie besuchten, konnten sich die Schüler noch gut an den Besuch der Science-Buddys vor fünf Jahren erinnern. Selbstverständlich weckte auch das Baden im Indischen Ozean alte Erinnerungen.

Ein letzter Ausflug führte die Buddys nach Sansibar. Dort wohnten sie, wie es ihrem Auftrag entsprach, im „Peace Building Centre“ der katholischen Kirche. Während ein Tag zum Kennenlernen der Stone-Town diente, waren sie an einem zweiten Tag zu Gast in der Blue-Oyster-Lodge an der Ostseite der Insel. Klaus Beiser, der Inhaber der Lodge, ist Mitglied des Freundeskreises Bagamoyo. Somit genossen sie einen Tag unter Freunden an dem traumhaften Strand mit den Annehmlichkeiten des luxuriösen Hotels.

Am Montag, den 31. August kam die Gruppe nach einem bewegenden Abschied in Mlandizi wieder in Ahlen an. Es gibt im CAM-Projekt noch viel zu tun und alle hoffen, mal wieder dorthin zurückkehren zu können.

Ausführlicher Bericht über den Friedensdienst der Science-Buddys

Bisherige Projekte der Science-Buddys für Bagamoyo

Science Buddys in Bagamoyo 2011
Science Buddys in Bagamoyo 2011

Seit 2010 unterstützt der Freundeskreis Bagamoyo e.V. das Projekt "Science Buddys für Bagamoyo" der Realschule Ahlen. Die deutschen Schüler/innen bereiteten sich im naturwissenschaftlichen Unterricht auf ihren Besuch in Bagamoyo vor und führten vor Ort gemeinsam mit tansanischen Mitschüler/innen der Partnerschule im Unterricht Experimente durch.

Dokumentationen über die Projekte und Reisen der Science-Buddys

Dokumentationen Über Projekte zur erneuerbaren Energie:


Schulpreis des Bundespräsidenten für das Projekt „Science Buddys für Bagamoyo“ der Realschule Ahlen

Die Realschule Ahlen hat mit ihrem Projekt „Science-Buddys für Bagamoyo“ den Schulpreis des Bundespräsidenten gewonnen. Am 4.6.2012 haben die Schülerinnen Rica Wichmann und Simone Leifeld im Schloss Bellevue in Berlin den Preis aus der Hand von Bundespräsident Joachim Gauck in Empfang genommen. Sie wurden begleitet von Jutta Herold und Bernd Schäpers, die das Projekt in den letzten Jahren organisiert und begleitet haben.

Der Preisverleihung war eine offizielle Inspektion des Bundespräsidialbüros vorausgegangen, in der sichergestellt wurde, dass die Angaben in den eingereichten Unterlagen auch mit der Wirklichkeit an der Realschule übereinstimmen. Bereits am 9. Mai war ein Filmteam in der Realschule, das im Laufe des Vormittages Eindrücke vom Science-Buddy-Projekt einfing, die bei der Preisverleihung vorgestellt wurden.

Wettbewerbsbeitrag 2012