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Stadtrundgang

Dauer : Ca. 10 Stunden
(mit PKW zu den Kaole Ruinen)

Foto: Rudolf Blauth
Kaole-Ruinen

Ein Stadtrundgang sollte bei den ältesten Bauwerken, den Kaole Ruinen südlich von Bagamoyo beginnen. Dort steht ein Führer zur Verfügung, der bei Bedarf auch eine Führung durch das historische Bagamoyo durchführt (wer von Bagamoyo ohne PKW zu Fuß nach Kaole geht, sollte aus Sicherheitsgründen unbedingt einen Watchman mitnehmen, den jedes Hotel vermitteln kann. Der Fußmarsch zu den Ruinen macht es allerdings unmöglich, den gesamten Stadtrundgang an einem einzigen Tag zu bewältigen. Alternativ könnte der Rundgang für Fußgänger am Bagamoyo College of Arts beginnen).

Foto: Rudolf Blauth
Bagamoyo Players

Der Weg zurück von Kaole nach Bagamoyo führt durch das Gelände zweier Secondary-Schulen. Die (von Kaole aus gesehen) erste (private) Schule nutzt heute die Gebäude, in denen früher das Hauptquartier der Frelimo unter der Leitung von Samora Machel während des Befreiungskampfes gegen die portugiesischen Besatzer im heutigen Mosambik untergebracht war. Für die zweite (staatliche) Schule finanzierte die Realschule Beckum den Bau eines neuen Mädchenwohnheims.

Direkt am Ortseingang ist rechts unmittelbar an der Straße das Bagamoyo College of Arts/TASUBA mit dem größten Theater Ostafrikas (1.800 Sitzplätze) nicht zu übersehen. Auf der linken Seite der Straße, direkt gegenüber vom College, stehen kleine Studentenwohnheime.

Wenige Meter weiter Richtung Ortsmitte, auf der rechten Seite, taucht die Mwanamakuka-Grundschule auf, die aus Mitteln des Freundeskreises Bagamoyo e.V. und aus Spenden renoviert worden ist.

Foto: Rudolf Blauth
Altes Fort

Einige hundert Meter nach der Schule biegt ein Weg nach rechts ab, rechterhand ist das Alte Fort zu erkennen. 

Nach dem Verlassen des Forts folgen wir rechts dem Weg zum Strand. Im Badeco Beach Hotel am Strand kann eine kleine Pause eingelegt werden.

Foto: Rudolf Blauth
Deutscher Kolonialfriedhof

Unmittelbar auf dem Gelände des Badeco befindet sich das nationale Denkmal "Hanging Tree", das an die in Bagamoyo während der deutschen Kolonialzeit aufgehängten Widerstandskämpfer erinnern soll.

Wir folgen dem Weg zurück Richtung Fort, biegen aber nach wenigen Metern links ab in einen kleinen Feldweg, der uns direkt zum Deutschen Kolonialfriedhof mit Gräbern von Soldaten der Wissmanntruppe führt.

Oberhalb des Deutschen Kolonialfriedhofs befindet sich der Mwanamakuka-Friedhof mit den ältesten noch erhaltenen muslimischen Gräbern Bagamoyos.

Foto: Peter Harke
Boma

Anschließend gehen wir den Weg zurück und biegen in Höhe des Forts rechts ab in die heutige, mit schwedischer Unterstützung neu gepflasterte India Street (vormals: Kaiserstraße).

Auf der linken Seite taucht nach einigen Metern das Liku-Haus auf (heute der Sitz der Districtverwaltung) und dann die Boma, das ehemalige deutsche koloniale Bezirkshauptquartier, das sich mit seiner 1998 herabgestürzten Vorderfront in einem erbärmlichen Zustand befindet. Die Boma kann nicht von Innen besichtigt werden.

Auf dem halbrunden Platz vor der Boma, in Richtung Strand, befand sich früher ein Wissmann-Denkmal. Unterhalb dieses Platzes, an seinen Abhängen, waren Tafeln mit weiteren Namen gefallener Soldaten und Offiziere angebracht, die sich aus Sicherheitsgründen mittlerweile allerdings im Nationalmuseum in Dar es salaam befinden. Auf der Rückseite der Boma ist das Uhuru Monument zu sehen, das anläßlich der Unabhängigkeit Tanzanias 1961 errichtet wurde.

Foto: Rudolf Blauth
Altes Deutsches Hafenamt

Wir folgen der India-Street, kommen am Alten Arabischen Teehaus (links) vorbei, passieren mehrere verfallene Kolonialgebäude der früheren Kaiserstraße und sehen an der nächsten Straßenkreuzung die Alte Deutsche Post.

Hier biegen wir rechts ab. Der Weg führt zum Strand und zu den Strandbefestigungen aus der Deutschen Kolonialzeit (Customs House).

Foto: Rudolf Blauth
Sockel des Usagara-Hauses

Gegenüber dem Customs House, in dem sich jetzt die staatliche Hafenverwaltung befindet, erkennt man die Fundamente des ehemaligen deutschen "Usagara-Hauses" aus dem Jahre 1889. Die merkwürdig aussehenden Stahlgestelle waren Stelzen für das deutsche Fachwerkhaus und mit Petroleum zur Ungeziefer-Abwehr gefüllt.

Der Rückweg in den Ort könnte (in Begleitung eines Watchman!) über den Fischmarkt führen. Fotografieren sollte hier (wie auch am Hafen) vermieden werden, da die muslimische Bevölkerung z.T. sogar recht aggressiv auf die Fotokamera reagiert.

An der Fisch-Auktionshalle vorbei führt der Weg auf einen größeren Platz und einem größeren dreigeschossigen Gebäude. Eine Gedenktafel macht darauf aufmerksam, daß sich in diesem Gebäude die erste (multikulturelle) deutsche Schule Deutsch-Ostafrikas befunden hat und dass dieses Gebäude mit deutscher Unterstützung im Jahre 2006 komplett renoviert wurde.

Wir folgen weiter der Straße Richtung Westen und stoßen nach einigen Hundert Metern auf das Block House, einer ehemals deutschen Befestigung Richtung Landesinnere (gebaut 1889 unter Wissmann während des Bushiri Aufstandes).

Foto: Peter Harke
Einweihung der renovierten Alten Deutsche Schule 2006
Foto: Rudolf Blauth
Bagamoyo District Hospital

Unmittelbar hinter dem Blockhaus gehen wir rechts einen langen Weg Richtung Norden zur katholischen Mission (Watchman mitnehmen!) und passieren dabei das dem Strand vorgelagerte Gelände des im Jahre 1912 von den Deutschen übernommene Bagamoyo District Hospital, das erste deutsche Kolonialkrankenhaus in Deutsch-Ostafrika.

Foto: Peter Harke

Die Travellers Lodge lädt wenig später zu einer kleinen Erfrischungspause ein.

Nach einigen weiteren Metern in nördlicher Richtung führt ein Weg rechts zum Strand, vor dem sich ein großes Kreuz befindet, dass an die Ankunft der ersten christlichen Missionare in Ostafrika erinnern soll.

Wer gehen den Weg wieder geradeaus zurück durch eine wunderschöne Allee zur ersten katholischen Mission Ostafrikas mit dem Museum von Bagamoyo, in dem sich u.a .der Freibrief des letzten Sklaven befindet (in deutscher Sprache). Auf dem Missionsgelände steht auch die Kapelle, in der Livingstone aufgebahrt worden ist.  Auch die katholische Kirche mit ihrer Altarmalerei lohnt einen Besuch.

Foto: Peter Harke
Katholische Mission
Eingangsbereich der Katholischen Mission
Eingangsbereich der Katholischen Mission

Gegenüber dem Museum steht ein großer Baobab-Baum, der im Jahre 1868 gepflanzt worden war. Unten am Stamm ist noch das Ende einer Kette zu sehen. An dieser Kette hat vor über 100 Jahren eine Krankenschwester immer ihren Esel an dem damals noch kleineren Baobab angebunden.

In der Mission endet der Stadtrundgang, der einen vollen Tag umfaßt und aus diesem Grunde bereits früh morgens gestartet werden sollte.