Neue Station für Frühgeborene im Bagamoyo District Hospital eingeweiht

Bagamoyo District Hospital
Bagamoyo District Hospital

Der Freundeskreis Bagamoyo e.V. hatte Ende 2011 seine Mitglieder, Tansaniafreunde und hilfsbereite Menschen aufgerufen, dazu beizutragen, dass ab November 2012 im Bagamoyo District Hospital eine neue Station für frühgeborene Babys eingerichtet werden kann. Inzwischen konnte sie ihrer Bestimmung übergeben werden. 

Jährlich sterben weltweit ca. 8,8 Millionen Kinder, bevor sie fünf Jahre alt werden. Davon sind ca. 3,5 Millionen Neugeborene. Weitere 3,2 Millionen Kinder werden bereits tot geboren. 98 % dieser erschreckend hohen Todesfälle ereignen sich in den Entwicklungsländern. Und die Frühgeborenen? 50 % der Früh- und Neugeborenen sterben bereits am Geburtstag, weitere 25 % während der ersten Lebenswoche – eine menschliche Tragödie. Tansania zählt laut UNICEF zu den 20 am meisten betroffenen Ländern. 

Für die geringe Überlebenschance von Frühgeborenen gibt es hauptsächlich drei Gründe: Gesundheitliche Risikofaktoren wie z.B. HIV-Infektionen oder Malaria, kulturelle Faktoren wie unhygienische Geburtsbedingungen hauptsächlich in eher ungebildeten Familien (die höchste Todesrate gibt es bei den Massai) und schließlich die schlechte Ausstattung im Gesundheitssystem. So verfügte das Bagamoyo District Hospital bislang über keine separate Frühgeborenenstation. In der normalen Entbindungsstation waren vor allem Infektionen dafür verantwortlich, dass fast alle Babys den ersten Monat nicht überlebten.

Die Känguruh-Methode
Die "Känguruh-Methode":

Ein als Lagerraum genutzter Seitentrakt sollte als isolierte Frühgeborenenstation eingerichtet werden. Geplant war die Einrichtung eines Raumes mit Wärmebetten, eines weiteren sog. „Känguruh-Raums“ (ein Raum, der der Mutter rund um die Uhr Hautkontakt zu ihrem Kind ermöglicht, das die Wärme, den Herzschlag und den Atemrhythmus der Mutter spürt) und eine Eingangschleuse. Außerdem sollte der Übergang vom Kreissaal zur Frühgeborenenstation überdacht werden.  

Die Krankenhausleitung hatte sich zuvor vertraglich verpflichtet, eigenes Pflegepersonal für die neue Station zur Verfügung zu stellen. Dr. Carsten Krüger, Chefarzt der Kinderklinik St. Franziskus Ahlen, hatte sich bereit erklärt, das Pflegepersonal in der neuen Station vor Ort zu schulen. Er hat drei Jahre lang eine Kinderklinik in Tansania geleitet und fliegt seit Jahren immer wieder für einige Wochen nach Tansania, um Kinderärzte auszubilden und klinische Studien zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von Kindern in Tansania durchzuführen.

Bagamoyo District Hospital
Bagamoyo District Hospital

Zur Situation des Hospitals

Durch Sanierungsmaßnahmen des Freundeskreises Bagamoyo wurden in den Jahren 1999-2002 u.a. die Kinderklinik und der OP komplett renoviert, in enger Zusammenarbeit mit dem THW das Wasser- und Abwassersystem saniert (inkl. Duschen und WCs in den Stationen) und die Außenanlagen befestigt. 2008-09 wurde vom Verein das Dach des ehemaligen Kolonialtraktes erneuert und damit die Voraussetzung geschaffen für die spätere (aus US-Mitteln finanzierte) Einrichtung einer HIV/Aids-Ambulanz. Weitere Mittel der Entwicklungszusammenarbeit finanzieren gegenwärtig den Neubau eines neuen OP, auch die personelle Situation hat sich inzwischen etwas verbessert.

Trotz aller bisherigen Hilfsmaßnahmen (ca. 156.000 EUR wurden durch unseren Verein bisher gesammelt) ist das District Hospital immer noch ärmlich ausgestattet. Oft fehlt es an einfachsten Hilfsmitteln und Medikamenten. Während jeder, der über etwas Geld verfügt, eines der besseren Hospitals im 80 km entfernten Daressalam vorzieht, bleibt das Hospital in Bagamoyo den Ärmsten der Armen vorbehalten.

Spenden für eine weitere Unterstützung des Hospital nimmt der Freundeskreis Bagamoyo unter der folgenden Konto-Nr. entgegen:

Freundeskreis Bagamoyo e.V. Stichwort: Bagamoyo Hospital
Sparkasse Münsterland Ost, BLZ 400 501 50, Nr. 670 453 85


Der Bauplan (gezeichnet von Björn Wanzek): 

Bauplan